Fotobuch von Saal Digital im Test

Die Saal Digital Fotoservice GmbH bietet Berufsfotografen immer mal wieder die Gelegenheit ihr Fotobuch kostenlos zu testen. Eine Gelegenheit, die ich nun genutzt habe.

Das in Siegen ansässige Unternehmen macht schon seit einigen Jahren mit der Qualität seiner Dienstleistungen auf sich aufmerksam. Regelmäßig glänzt es in Fotozeitschriften als Testsieger und in einschlägigen Fotografenforen wird es immer wieder empfohlen. Ich selbst bin durch eine solche Empfehlungen darauf aufmerksam geworden. Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen, die vom einfachen Fotoabzug über Fotobücher, Wandbilder, FineArt-Drucke bis hin zu Fotogeschenken, wie zum Beispiel Tassen, alles bietet, was das Herz begehrt.

Seit einer geraumen Zeit empfehle ich das Unternehmen meinen Kunden und Freunden, wenn es um die Anfertigung von Abzügen geht. Die Qualität, der Service und der Preis haben mich überzeugt, und zudem bietet mir der Dienstleister ICC-Farbprofile mit denen ich testen kann, wie der fertige Druck aussehen wird. Ein Fotobuch habe ich bisher noch nicht über das Unternehmen drucken lassen. Als sich mir nun jedoch die Gelegenheit bot dieses kostenlos auszuprobieren, konnte ich natürlich nicht Nein sagen.

Ich entschied mich mein aktuelles Portfolio in einem stilvollen Fotobuch zu präsentieren. Über meine Erfahrungen die ich dabei gemacht habe, will ich hier berichten.

Die Saal Design Software

Die Bestellung bei Saal Digital erfolgt über eine hauseigene Software, die man sich unter www.saal-digital.de herunterladen kann. Die Installation ist einfach und geht zumindest unter Windows problemlos von der Hand. Die Mac-Version konnte ich nicht testen, sollte sich aber von der Windowsversion nicht signifikant unterscheiden, da die Software auf Adobe Air basiert, was genutzt wird um plattformübergreifende Programme zu erstellen. Auch ist die Software vorbildlich selbsterklärend und leitet den Nutzer Schritt für Schritt durch den Bestellvorgang.

Saal Digital Design Software Startbildschirm

Die Saal Design Software leitet vorbildlich durch den Bestellprozess

Bei Fotobüchern sowie einigen anderen Produkten dient die Software außer zur Bestellung auch als Designwerkzeug. Die Möglichkeiten sind im Vergleich mit professionellen Werkzeugen wie beispielsweise InDesign, Photoshop oder QuarkXPress natürlich stark eingeschränkt, für den Privatanwender aber mehr als ausreichend. Profis können alternativ mit den genannten Programmen erstellte PDF-Dateien in den Druck geben. Für Photoshop und InDesign gibt es ab der Version CS6 sogar ein eigenes Plug-In hierfür. Da sich der Test eher an Privatpersonen richtet, habe ich auf diesen Weg jedoch verzichtet.

Entscheidet man sich in der Artikelauswahl für das Fotobuch, so hat man erst einmal die Wahl zwischen vier Varianten, dem Standart-Fotobuch mit Hardcover, dem Fotobuch XT mit extra dicken Seiten, einem Softcover-Fotobuch und dem Fotoheft in dem die Seiten durch eine Ringheftung zusammengehalten werden. Zudem lässt sich das Fotobuch als reiner Buchblock, an den das Cover selbst montiert werden muss, bestellen.

Meine Entscheidung fiel auf das Standard-Fotobuch im A4 Querformat, das aber auch in verschiedenen anderen Größen und Formaten erhältlich ist. Bevor ich damit losgehen kann mein eigenes Fotobuch zu designen, erwartet die Software erst noch ein paar weitere Entscheidungen. So kann man wählen, ob das Cover aus glänzendem oder mattem Fotopapier beziehungsweise aus Leder in verschiedenen Farben bestehen soll. Zudem stehen gegen Aufpreis unterschiedliche weitere Optionen zur Verfügung, so kann das Cover wattiert oder unwattiert sein, die Innenseite sind in mattem oder glänzendem Fotopapier verfügbar und eine stilvolle Geschenkverpackung ist optional auch wählbar. Wer auf den von Saal Digital eingefügten Herstellerbarcode auf der Rückseite und der letzten Seite verzichten will, kann dieses auch auswählen. Selbstverständlich lässt sich bis zu einem Umfang von 120 Seiten die Seitenzahl auch konfigurieren.

Saal Design Software Optionen

Bevor es mit der Gestaltung des Fotobuchs losgehen kann, ist die Auswahl einiger grundlegender Optionen notwendig.

Mein Portfolio-Fotobuch soll einen unwattierten, glänzenden Umschlag und matte Innenseiten haben, der Herstellerbarcode stört mich nicht und eine Geschenkverpackung brauche ich auch nicht. Der Umfang soll bei 42 Seiten liegen. Anschließend fragt das Programm ob man auf vorgegebene Designvorlagen und Assistenten zurückgreifen oder das Fotobuch vollständig selbst designen möchte. Ich entscheide mich für letztere Option.

Saal Design Software Seitengestalltung

Insgesamt ist der Eindruck von der Designsoftware sehr positiv

Das Befüllen der leeren Seiten mit meinen Fotos macht Spaß und geht einfach von der Hand. Auch ein Laie sollte hier problemfrei sein Wunschfotobuch erstellen können und sollte er Probleme haben, kann er sich über die eingebaute Chatfunktion direkt an den Kundendienst wenden. Sehr positiv finde ich zudem die Prüfung der Bildqualität, die für jedes Bild angezeigt wird. Viele Laien wissen nicht, welche Auflösung für welche Druckgröße geeignet ist. Diese Anzeige stellt sicher, dass keiner eine Enttäuschung erlebt.

Saal Digital Designsoftware Bildqualität

Die Analyse der Bildqualität beugt Enttäuschungen vor

Trotz des insgesamt sehr positiven Eindrucks gibt es einige Punkte die mich stören. So empfinde ich die Skalierung von Bildern sehr ungünstig gelöst, da sie sich mit der Auswahl des Bildausschnitts beißt. Eine klare Trennung der Werkzeuge wäre hier wünschenswert. Der Texteditor zum Einfügen von Texten bietet nur eine eingeschränkte Auswahl an Schriftsätzen und lässt die Eingabe von Tabulatoren nicht zu. Zudem stört mich, dass die Bildquellenauswahl nicht zu vergrößern ist. Um bei den vielen tausend Fotos auf meinem Rechner den Überblick zu bewahren habe ich eine sehr klare Ordnerstruktur mit einem vorgegebenen Benennungsschema. Von den Ordnernamen kann ich in der Bildquellenauswahl aber kaum mehr als das Datum sehen, so dass die Suche nach Bildern ziemlich aufwendig wird.

Saal Design Software Bildquellen

Das die Größe der Bildquellenauswahl nicht änderbar ist, stört ungemein

Ein großer Pluspunkt dagegen sind die Hilfslinien, die man sich, wie aus anderen Programmen gewohnt, aus den Linealen am Rand herausziehen und zur gleichmäßigen Positionierung der Bilder verwenden kann. Hat man ein Design für eine Doppelseite erstellt, so kann man dieses speichern und auf andere Seiten anwenden.

Die Software bietet noch ein großes Feld weiterer Optionen, die für mich aber uninteressant waren und somit nicht getestet wurden. So ist es zum Beispiel möglich auf Bilder Effektfilter, Rahmen und Verzierungen anzuwenden. Es können verschiedene Hintergrundfarben, -bilder und -designs gewählt werden und auch das Einfügen von Cliparts ist möglich. Wer will kann hier mit viel Elan und Freude brutalste Designsünden zusammenstellen.

Selbstverständlich lässt sich die geleistete Arbeit beliebig abspeichern und später wiederaufnehmen.

Ist das Fotobuch fertig gestaltet, kann man über den Button „In den Warenkorb legen“ den Bestellvorgang startet. Dieser ist selbsterklärend und für jeden, der im Internet schon einmal eingekauft hat, ein gewohnter Anblick.  Ist die Bestellung aufgegeben, dauert es für gewöhnlich 1-3 Tage, bis der Postbote mit dem fertigen Produkt klingelt. Saal Digital ist dabei erfreulich schnell und schon mehrfach habe ich meine bestellten Abzüge schon am Folgetag im Briefkasten gehabt. Das Fotobuch ist auch schon nach einem Tag in den Versand gegangen

Das Fotobuch

Saal Digital Fotobuch

Das aufgeschlagene, fertige Fotobuch.

Die Bestellung schickte ich Dienstag am späten Nachmittag ab, am Mittwoch kam schon per E-Mail die Versandbestätigung und Donnerstagmorgen brachte mir DHL das Päckchen mit dem fertigen Fotobuch. Eine schnellere Lieferung ist kaum möglich.

Auch mit dem Bildband selbst bin ich sehr zufrieden. Er soll in meinem Studio ausliegen und meinen Kunden und ihren Begleitern einen Eindruck von meinen fotografischen Arbeiten vermitteln. Entsprechend hoch ist mein Anspruch an die Qualität.

Das Fotobuch fühlt sich wertig an und ist sauber verarbeitet. Insbesondere das matte Fotopapier der Innenseiten hat es mir angetan und bringt meine Fotografien optimal zur Geltung. Auch die bei Saal Digital obligatorische Panoramabindung ist sauber verarbeitet. Sie ermöglicht es Fotos über die Buchmitte hinaus zu platzieren, ohne dass ein störender Falz die Freude beim Betrachten mindert. Trotzdem muss ich hierbei einen kleinen Wehrmutstropfen erwähnen. Ich habe in dem gesamten Fotobuch zwei Bilder über die Buchmitte hinaus platziert, ein farbiges und ein schwarzweißes. Bei dem farbigen Bild ist am Übergang zwischen den beiden Seiten eine Veränderung im Kontrast und der Helligkeit zu beobachten. Ob das daran liegt, dass dieses Bild auch gleich auf der ersten Seite und somit zum Teil auf der Innenseite des Covers liegt, kann ich nicht beurteilen. Ist einem dieses erst einmal aufgefallen, stört das schon ein wenig.

Saal Digital Fotobuch Panoramabindung

Die Panoramabindung ermöglicht es Bilder über die Buchmitte hinaus zu platzieren, ohne dass der Falz stört.

Ansonsten ärgert mich an dem Fotobuch auch ein wenig das Hochglanz-Cover, woran Saal Digital jedoch unschuldig ist. Das Cover macht genau das, was es soll, es glänzt, und das ist genau das, was mich stört. Ich hätte mich wohl doch lieber für die matte Variante entscheiden sollen. Was aber eher eine persönliche Macke von mir ist, auch Fotoabzüge auf Hochglanzpapier sind mir ein Graus. Ich bin eher ein großer Fan des sehr matten „Silk Portrait“ Papiers bei Saal Digital. Ich empfehle es regelmäßig weiter und fände es großartig, wenn es auch als Cover für die Fotobücher Verwendung finden würde.

Fazit

Abgesehen von dem erwähnten Unterschied in Helligkeit und Kontrast bei dem einen seitenübergreifenden Bild, bin ich mit dem Ergebnis hochzufrieden. Für meine Entscheidung das Cover in Hochglanz zu bestellen kann der Hersteller nichts und Leute, welche glänzende Oberflächen mögen, werden mit dieser Variante sicherlich sehr zufrieden sein. Im Vergleich zu einem anderen und tatsächlich etwas teureren Dienstleister, schneidet Saal Digital meiner Meinung nach definitiv besser ab, so dass ich das Unternehmen auch im Bereich Fotobücher zukünftig meinen Kunden empfehlen werde.

By | 2017-07-17T22:00:57+00:00 Juni 24th, 2016|Fotografie, Test|0 Comments

About the Author:

Leave A Comment